Ein Jahr im Namen des Priesters

Papst Benedikt XVI. wirbt für den Beruf des Geistlichen

Junge Männer, die sich für den Priesterberuf entscheiden – die werden zumindest in Deutschland immer weniger. Weltweit sieht es dagegen anders aus: Laut Vatikan-Statistiken gab es im Jahr 2007 408.000 katholische Priester, im Jahr 2005 waren es noch 407.000. Die Tendenz ist also leicht steigend. Kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, meint Kurienkardinal Claudio Hummes, der der Kleruskongregation im Vatikan vorsteht. „Wir sind zufrieden – aber auch nicht mehr“, sagt er im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur. „Wir haben etwas Mühe, da hinterherzukommen.“ Dabei verzeichnet Europa einen stärkeren Rückgang als andere Kontinente, ebenso Kanada. Lateinamerika zeigt dagegen eine positive Entwicklung, substanziellere Zuwächse gibt es auch in Afrika und Asien.

Um für mehr geistlichen Nachwuchs zu werben und gleichzeitig das Engagement und die Ideale der Priester zu würdigen, hat Papst Benedikt XVI. zum 150. Todesjahr des französischen Geistlichen und Heiligen Jean-Baptiste Marie Vianney, dem Heiligen Pfarrer von Ars, ein Priesterjahr ausgerufen. Es steht unter dem Leitwort „Treue in Christus, Treue des Priesters“.  Der Priester müsse Christus durch seine Worte und durch seine Taten sichtbar machen, erläutert der Papst das Motto. Er solle "im Einklang mit seiner Verkündigung leben" und sich persönlich immer stärker zurücknehmen, um die Botschaft und das Geheimnis Christi in den Vordergrund zu rücken. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, bezeichnet das Priesterjahr als „Chance für alle Priester und Gläubigen“. Er fordert außerdem ein Nachdenken darüber, „was wesentlich zum Dienst des Priesters gehört, und was auch andere genauso gut oder vielleicht sogar besser machen können.“ Zum Abschluss des Themenjahrs ist vom 9. bis 11. Juni 2010 ein weltweites Priestertreffen in Rom geplant. Damit endet das Jahr im Namen des Priesters, das am 19. Juni 2009 begonnen hat.