Komische Priester und Super-Sozialarbeiter

In der Komödie geht es um Verkleidungen und Verwechslungen. Gert Fröbe als Gauner, der sich als Priester verkleidet, erfährt in „Der Gauner und der liebe Gott" (1960), dass das Gewand auch eine innere Wandlung bewirkt. In der englischen Satire „Ein Papst zum Küssen" (1991) wird ein rundlicher, gemütlicher Dorfpfarrer (Robbie Coltrane) auf Grund eines Hörfehlers versehentlich zum Papst ernannt, mischt kurzerhand den Vatikan auf, um dann sein Amt einer Nonne (!) zu überlassen, die die Reichtümer des Vatikan an die Armen verschenkt.

Zu den populären Typen der Priesterfigur zählt der Priester als eine Art Super-Sozialarbeiter, der alle persönlichen und gesellschaftlichen Konflikte lösen kann. Zu den Klassikern dieses Typus zählt Spencer Tracy als Peter Flanagan in „Teufelskerle" (1939), der sich um straffällig gewordene Jugendliche kümmert. Eine eindrucksvolle Gestalt ist beispielsweise auch Pfarrer Barry in dem englischen Sozialdrama „Raining Stones" (1993), eigentlich eine Nebenfigur, aber mit einer entscheidenden Rolle, als er nämlich am Ende dem arg gebeutelten Familienvater, der unabsichtlich einen verbrecherischen Geldverleiher getötet hat, die Schuldgefühle nimmt und den Tod des Übeltäters als Ausdruck einer höheren Gerechtigkeit rechtfertigt. Der Pfarrer als Helfer in allen Konfliktlagen hat sich im Fernsehen vor allem in der Figur des Pfarrers Dr. Dr. Adam Kempfert (Günther Strack) in der Fernsehserie „Mit Leib und Seele" (ZDF, 1989-1993) bei einem Millionenpublikum beliebt gemacht.

Dr. Peter Hasenberg